Ganz zu Beginn:
Dieser Beitrag hat ganz viel eigene Meinung, und ist nicht geeignet für alle die nicht an das was ich „Gott“ nenne glauben.
„Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“ – diesen Ausspruch kenne ich schon seit meiner Kinderheit. Er soll so viel sagen wie: Kümmere dich zuerst selbst um deine Angelegenheiten, dann kommt auch Hilfe von „Oben“ dazu.
Ich bin katholisch erzogen und tatsächlich kommt aktuell das Thema „Christ sein“ wieder ganz oben auf meine Agenda. Dazu schreibe ich vielleicht an anderer Stelle noch etwas. Dieser Beitrag soll eher einem anderen Thama dienen: Der Selbsthilfe als ersten Schritt. Und dem bedingungslosen Glauben als zweiten Schritt.
Selbsthilfe bedeutet für mich, das Problem erkennen, eine Lösung suchen, aktiv werden, die Dinge ändern. Das alles findet in deinem eigenen Radius, deinen Möglichkeiten, deinem Wirkungskreis statt. Manchmal ist es allerdings tatsächlich so, dass der eigene Wirkungskreis irgendwo eine Grenze hat. Eine Linie, über die man aus eigenen Kräften nicht drüber kommt. Sei es, dass es an finanziellen Mitteln scheitert, an der familiären Situation, dem aktuellen Lebensabschnitt, dem eigenen Können oder was auch immer dich an deine Grenze bringt. Hier schließe ich auch die Unterstützung von Mitmenschen, Ärzten, Coaches etc. mit ein. Das alles liegt in deinem Wirkungskreis. Du bemühst dich um Veränderung und suchst Möglichkeiten und Lösungen. Bis eben zu diesem Punkt, wo nichts mehr weiter geht.
Und was dann? Verzweifeln? Hinnehmen? Einfach sagen „Es ist halt so, ich kanns nicht ändern“?
Nein!
Es ist gar nicht lange her, da war ich an genau so einer Grenze gestanden. Alles was ich versucht habe, um mein Thema zu klären war ohne Erfolg. Wie Tennis spielen ohne Ball – nichts als Luftschläge. Sehr frustrierend und nervenaufreibend.
Ich musste an dieser Stelle lernen, dass nicht ich der Chef bin. Zumindest nicht zu 100 %. Es gibt etwas weitaus größeres, das letztendlich die Strippen in der Hand hat.
Gott.
Das mag für den heutigen Menschen in der modernen Zeit erst mal Empörung bringen.
„Du bist der Pilot in deinem Leben“ „Ändere dich und alles ändert sich“ „Deine Gedanken kreieren deine Realität“ usw usw.
Das stimmt alles zu einem gewissen Teil, aber eben nicht ganz.
Ich habe selbst erfahren und lernen müssen, dass ich letztendlich nicht alles selbst in der Hand habe. Erstens bin ich nicht alleine auf der Welt, und auch wenn das Resonanzgesetz (Ich ziehe an, was ich ausstrahle) so beliebt ist in der Spiri-Szene – es ist halt nur die halbe Wahrheit.
Meine Wahrheit ist, dass es bestimmte Erlebnisse und Wegstrecken im Leben gibt, die sind dir einfach aufgesetzt, vorbestimmt, unausweichlich. Daran kannst du nichts ändern. Keine Therapie, kein Fitnessprogramm, keine Ausbildung, kein Coaching bringt dich an diesen vorbestimmten Themen vorbei, bis du etwas grundlegendes kapiert hast.
So war es auch bei mir. Ich musste selbst lernen eine Instanz anzuerkennen, der meine ganzen tollen Methoden piep-egal sind. Und hier kommen Wörter ins Spiel, die mag der achso moderne Mensch gar nicht gerne hören:
Demut
Bescheidenheit
Dankbarkeit
Glaube
Ich konnte mich in meinem Thema drehen und wenden wie ich wollte. Ich hätte noch 10 Sitzungen darauf machen können oder Bücher lesen können – es wäre völlig für die Katz gewesen. Erst als ich mich geschlagen gegeben habe und akzepiert habe, dass ich Demut und Bescheidenheit lernen muss, da ging es in klitzekleinen Schritten weiter. Aber nicht weil ich aktiv etwas dazu beigetragen habe. Sondern weil ich gebetet habe dass mir geholfen wird. Ich habe die „Macht“ abgegeben. Mich ganz dem Leben bzw. dem Willen des „Chefs“ untergeordnet.
Und dann sind viele echt krasse Dinge passiert. Situationen haben sich so rasant geändert, Gegebenheiten waren plötzlich ganz anders, alles hat sich irgendwie gefügt. So positiv wie ich es mir selber nie ausmalen hätte können! Für mich war das mein persönliches Wunder!
Seitdem weiß ich, wer mein Chef ist – und bin unendlich Dankbar!
Vielleicht bist du selbst irgendwo in der Spiri-Szene unterwegs und vollgepumpt mit all den Glaubenssätzen die uns weiß machen wollen, dass wir doch alles selbst in der Hand haben.
Hier mein Tipp:
Wenn du nicht mehr weiter kommst, keine deiner Methoden mehr hilft, dein Latein am Ende ist, dann geh auf die Knie und Bete.
Besinne dich, dass du nicht hier bist, weil du das selbst arrangiert hast (was man uns oft weiß machen will, Stichwort Seelenplan etc.), du bist hier weil Gott dich gewollt hat.
Erinnere dich wieder daran.
Vor kurzem habe ich einen sehr passenden Spruch gelesen:
Gott ist noch dabei deine Lebensgeschichte zu schreiben, hör auf ihm den Stift nehmen zu wollen.
Recht viel mehr will ich gar nicht sagen. Vielleicht regt es den einen oder anderen zum Nachdenken an.
Wenn du ein Selbstexperiment machen willst, dann fang an die Bibel (NT) zu lesen und schau was sich in deinem Leben verändert.
Beste Grüße
Kerstin